Umwelt-KOMPASS Viernheim
Ökologische Produktinformationen der
KOMPASS-Umweltberatung Viernheim e.V.
Durstlöscher Wasser

Welches Mineralwasser ist das richtige?
Viel trinken sollen wir und das
möglichst kalorienarm. So lautet
das Credo der modernen Gesund-
heitspäpste.

Kein Wunder, dass Mineralwasser
als Durstlöscher immer mehr an
Bedeutung gewonnen hat.

Deshalb die gute Nachricht zuerst:
Laut Ökotest ist Mineralwasser ein
gesundes, spritziges Vergnügen
(Ökotest, Mai 2003), zu dem wir mit
dieser Seite Informationen liefern
wollen.

Weitere
Infos:

Ökologische
Produktinformation


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Worin unterscheidet sich Mineralwasser
von Heil-, Quell-, und Tafelwasser?

Natürliches Mineralwasser

• Natürliches Mineralwasser soll aus unterirdischen,
vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen stammen.

• Es ist gekennzeichnet durch seinen Gehalt an Mineralstoffen,
Spurenelementen oder weiteren Bestandteilen, z. B. Kohlensäure.

• Sein Gehalt an bestimmten, natürlicherweise enthaltenen Schadstoffen,
z. B. Schwermetallen, darf in der Mineral- und Tafelwasserverordnung
festgelegte Grenzwerte nicht überschreiten.

• Mineralwasser muss direkt an der Quelle in das für den Endverbraucher
vorgesehene Gefäß abgefüllt werden.

• Es muss als einziges Lebensmittel amtlich anerkannt werden.


Heilwasser

Heilwasser ist ein Arzneimittel und unterliegt als solches dem
Arzneimittelgesetz.

• Die gesetzlichen Anforderungen entsprechen denen für das Mineralwasser.

• Bei Heilwasser muss darüber hinaus nachgewiesen werden,
dass es aufgrund seiner Zusammensetzung mit Mineralstoffen
vorbeugende oder heilende Eigenschaften besitzt.


Quellwasser:

• Die wesentlichen Unterschiede zum Mineralwasser betreffen Herkunft und
Zusammensetzung: Es gelten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung.

• Eine amtliche Anerkennung des Quellwassers ist nicht erforderlich.


Tafelwasser

• Tafelwasser hat nach der Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTV)
so gut wie keine Gemeinsamkeiten mit dem Mineralwasser. Wie bei
Quellwasser gelten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung. Hygienisch muss
das Tafelwasser im Wesentlichen dem Mineral- und Quellwasser entsprechen.


In der Bundesrepublik gibt es ca. 550 amtlich anerkannte Quellen, aus denen etwa 350 verschiedene Mineralwässer durch knapp 240 Mineralbrunnenbetriebe gefördert werden.


Wonach soll man sein Mineralwasser auswählen?

Nimmt man das aktuelle Sonderangebot? Oder die Kiste, die im Getränkemarkt
gerade am Eingang steht? Nimmt man immer dasselbe, weil es am besten
schmeckt? Oder vielleicht das von einem Brunnen in der Nähe? Achtet man auf
einen bestimmten Gehalt an Mineralstoffen oder ist das egal ? Hauptsache, das
Wasser schmeckt?

Einen ersten Überblick und Informationen bietet immer das Etikett. Weiterführende
Informationen gibt es bei Verbraucherzentralen und Ökotest. Ökotest hat 2003 bei
einem Test 37 Mineralwässer unter die Lupe genommen. Alle schnitten mit "sehr gut" ab.


Zum Thema Mineralwasser empfiehlt Ökotest:

Wer aus gesundheitlichen Gründen Mineralwasser trinkt, sollte die Marke nach
seinen persönlichen Bedürfnissen auswählen.

Calciumreiche Mineralwässer können den Calciumhaushalt aufbessern,
vor allem dann, wen man wenig Milch- und Milchprodukte konsumiert oder
diese nicht verträgt.

Sportler und Stressgeplagte haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Sie
können durch Mineralwasser mit mindestens 100 mg/l Magnesium einem Mangel
vorbeugen.

Sportler brauchen auch vor einem natriumhaltigen Wasser keine Angst zu haben,
denn der Mineralstoff geht mit dem Schweiß verloren. Menschen mit Bluthochdruck
sollten aber lieber auf ein natriumarmes Wasser zurückgreifen bzw. auf geringen
Chloridgehalt achten. (<300 mg/l)

Wer einen empfindlichen Magen hat, verträgt kohlensäurearme bzw. -freie
Mineralwässer besser als kohlensäurereiche.

Mineralwasser möglichst in Mehrwegflaschen kaufen.

Welche Bedeutung haben die Mineralstoffe?
Mineralstoff/
Spurenelement

Calcium (Ca)



Magnesium (Mg)



Natrium (Na)



Kalium (Ka)


Fluorid (F)



Sulfat (SO4)


Hydrogencarbonat
(H2CO3)

Kohlenstoffdioxid
(CO2)
Aufgabe


Knochen- und Zahnaufbau, Blut-
gerinnung, Reizübertragung in
Muskeln und Nerven

Energiestoffwechsel, Reizüber-
tragung in Muskeln und Nerven,
Knochenbildung

Regulierung des Wasserhaushalts,
Erregbarkeit von Nerven und
Muskeln

Wasserhaushalt (Wasserausscheidung)

Knochen- und Zahnbildung



Gallenfluss anregend, nicht
lebensnotwendig

Säurepuffer für Magensalzsäure,
nicht lebensnotwendig

verdauungsfördernd
empfohlene Menge für Erwachsene pro Tag

1000 mg




300 mg (Frau)

350 mg (Mann)



bis 6 g NaCl




2000 mg



3,1 mg (Frau)

3,8 mg (Mann)



bis 240 mg/l
Grenzwerte im Mineralwasser/
freiwillige Kennzeichnung

keiner / Angabe "calciumhaltig"
möglich bei mehr als 150 mg/l



keiner / Angabe "magnesiumhaltig"
möglich bei mehr als 50 mg/l



keiner / Angabe "chloridhaltig"

möglich bei mehr als 200 mg


keiner



für Säuglinge bis 0,7 mg/l /

Angabe "fluoridhaltig" ab 1 mg/l

Pflicht, ab 5 mg/l Warnhinweis


für Säuglinge bis 240 mg/l /
"sulfathaltig" ab 200 mg/l


keiner / Angabe "bicarbonathaltig"
möglich bei mehr als 600 mg/l


keiner / bis 7 g/l üblich, darüber
Gefahr des Flaschenbruchs

Schadstoffe im Mineralwasser?

Immer wieder wird in der Boulevardpresse über Schadstoffe im Mineralwasser berichtet, z.B. über Nitrat, Arsen oder
Radium 226. Wie sind die Meldungen zu bewerten?

Mineralwasser muss "natürlich rein" sein. Deshalb können je nach Gestein Stoffe wie Arsen oder Blei im Mineralwasser
natürlicherweise vorhanden sein. Für Substanzen, die sich in höheren Aufnahmemengen als gesundheitlich schädlich
erwiesen haben, gibt es Grenzwerte in der Mineral- und Tafel-Wasserverordnung. Diese sind zum Teil identisch mit den
Grenzwerten der Trinkwasserverordnung, teilweise liegen sie auch höher oder niedriger. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
die Grenzwerte bei Trinkwasser unter der Annahme festgelegt werden, dass der gesamte Wasserbedarf ein ganzes Leben
lang durch Trinkwasser gedeckt wird. Bei anderen Lebensmitteln, so auch bei Mineralwasser, wird von einer lebenslangen
verzehrsüblichen Portion ausgegangen. Die tatsächlichen Gehalte der Stoffe in den Mineralwässern brauchen nicht auf dem
Etikett deklariert werden, weil sie nicht zu den charakteristischen Inhaltsstoffen gehören.
Grenzwerte für chemische Stoffe

nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTV) ab 2006
Antimon
Arsen
Barium
Blei
Bor
Cadmium
Chrom, total
Fluorid
Kupfer
Mangan
Nickel
Nitrat
Nitrit
Quecksilber
Selen
Zyanid
0,0050 mg/l
0,010 mg/l
1,0 mg/l
0,010 mg/l
30 mg/l
0,003 mg/l
0,050 mg/l
5,0 mg/l ab 2008
1,0 mg/l
0,5 mg/l
0,05 mg/l /
0,020 mg/l ab 2008
50 mg/l
0,1 mg/l
0,0010 mg/l
0,010 mg/l
0,070 mg/l
Strahlendes Mineralwasser?

Die Radioaktivität von Mineralwasser gerät immer wieder in die öffentliche
Diskussion. Deshalb soll auf dieser Seite auch darauf eingegangen werden.
Dazu muss man sich vergegenwärtigen, wie Mineralwasser entsteht.

Mineralwasser stammt, wie auch das Grundwasser, aus dem natürlichen Wasser-
kreislauf. Das Besondere an Mineralwasser ist, dass es in den tiefen Untergrund
versickert. Es kann Jahre, Jahrhunderte, auch Jahrtausende dauern, bis es tief im
Gestein angekommen ist. Auf dem Weg dorthin hat es verschiedene Erd-, Sand-,
Kies- und Gesteinsschichten durchlaufen. Dabei ist es mechanisch und durch
Bodenorganismen mikrobiologisch gereinigt worden. Da Wasser ein hervorragendes
Lösungsmittel ist, löst es aus den Gesteinsschichten Mineralsalze. Handelt es sich
um ein Gebiet mit ehemaliger vulkanischer Aktivität, so kann aus der sich
abkühlenden Magma Kohlensäure aufsteigen und sich ebenfalls im Mineralwasser
lösen. Die Kohlensäure wiederum fördert das Lösen von Salzen, so dass ein
kohlensäurereiches Wasser gleichzeitig auch ein mineralstoffreiches Wasser ist.
Dies ist bei vielen der hiesigen Mineralwässer der Fall.

Radioaktive Bestandteile im Mineralwasser sind also geogen bedingt,
d. h. abhängig vom durchlaufenen Gestein. Ökotest schreibt in seinem
Heft Mai 2003 dazu folgendes:

Je nach geologischen Gegebenheiten können Mineralwässer genauso wie Trink-
wasser einen mehr oder weniger hohen natürlichen Gehalt an Radioaktivität
aufweisen. Bei Mineralwässern ist der oft höher als bei Trinkwasser, weil sie auf
ihrem langen Weg durch die Untergrundgesteine nicht nur die erwünschten
Mineralstoffe herauslösen, sondern auch unerwünschte radioaktive Stoffe wie
Radium, Uran oder Polonium.

D
as Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) untersuchte von September 2000 bis
November 2001 rund 400 Mineralwässer auf natürlich enthaltene Radionuklide. Die
Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass keines der Wässer den von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union festgelegten
Dosisrichtwert von 100 Mikrosievert pro Jahr (μSv/a) überschreitet – zumindest dann
nicht, wenn es sich um Erwachsene handelt, die angenommene 350 Liter pro Jahr
trinken.

Weitere Informationen hierzu unter www.bfs.de, Stichwort: natürliche Radioaktivität

Im Juni Heft 2005 testete Ökotest das Vorkommen von Uran im Wasser.
Auch Uran kommt natürlicherweise in Böden und Gesteinen vor. Aber Uran ist nicht
nur auch ein Radionuklid, dessen Alphastrahlen im Körper Zellen und DNA
zerstören. Es ist auch ein giftiges Schwermetall, das sich im Körper anreichert und
schon in geringen Mengen nicht nur die Nieren, sondern auch Lunge und Leber
schädigen kann. Außerdem gibt es deutliche Hinweise, dass der kindliche
Organismus empfindlicher auf Uran reagiert als Erwachsene und eine Frucht-
schädigung durch Uran nicht ausgeschlossen werden kann.

Ökotest empfiehlt dazu:

Es ist empfehlenswert, die Uranaufnahme durch Mineralwasser so niedrig wie
möglich zu halten.
Dasselbe gilt für die radioaktive Belastung.

Nach Meinung vieler Experten sind Wässer, die einen Urangehalt von mehr
als 0,5 μg/l aufweisen bzw. über 100 Mikrosievert pro Jahr liegen, für die Zubereitung
von Säuglingsnahrung nicht zu empfehlen.

Es gibt zwar keine gesetzliche Verpflichtung, die Urangehalte von Mineralwasser
bekannt zu geben. Dennoch: Weigert sich ein Hersteller, ist Misstrauen angebracht.

Fragen Sie Ihren Trinkwasserversorger, wie hoch das gelieferte Trinkwasser mit
Uran belastet ist. Bei hohen Werten auch zum Kochen besser weniger oder
unbelastetes Wasser verwenden.


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Quellen:

-
Ökotest Mai 2003 und Mai 2005
- Durstlöscher Wasser; Hrsg.: Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf,
aktualisierte Auflage 2005

Die Tests von Ökotest sind unter www.oekotest.de zu finden.

Die entsprechenden Hefte können auch im KOMPASS-Umwelbüro eingesehen werden.


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