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Umwelt-KOMPASS Viernheim
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| Faszination in Natur: Der Eisvogel |
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| Die Sonne braucht im Spätherbst und Winter an den heimischen Gewässern besonders lange, bis sie sich durch den Morgennebel gefressen hat. Wer sich dadurch nicht entmutigen lässt und trotzdem aufbricht, um zu Fuß oder im Paddelboot die Uferregionen der Bäche und Seen zu erkunden, wird mit ein wenig Glück sein blaues Wunder erleben: Eisvögel. |
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Mit lauten und durchdringenden "Tieht"-, "Tji"- oder "Tit-tü"-Rufen macht der Eisvogel
die Welt auf sich aufmerksam. Es ist fast nicht möglich, ihn zu übersehen. Schon ein paar zaghafte Sonnenstrahlen an einem grau verhangenen Herbsttag lassen das Gefiederkleid des knapp spatzengroßen Kerlchens aufleuchten und zeigen seine ganze Eisvogelherrlichkeit als türkisblauen Lichtblitz über dem Wasser. Die ungewöhnliche Färbung des fliegenden Edelsteins hat seit jeher die Fantasie der Menschen angeregt. Einer alten Sage zufolge war der Eisvogel vor der Sintflut un- scheinbar grau. Doch beim ungestümen Verlassen von Noahs Arche soll er mit dem Rücken gegen den (wohl frisch gestrichenen) Himmel gekommen sein sich gleichzeitig das Bauchgefieder an der untergehenden Sonne versengt haben. Woher der Eisvogel seinen Namen hat, darüber gibt es viele gelehrte Spekulationen. Das altdeutsche Wort "eisan" für "schillernd" oder "glänzend" kommt dabei genauso in Betracht wie die Theorie, dass er ursprünglich wegen seines stahlblauen Gefieders als "Eisenvogel" bezeichnet wurde. Seine lateinische Gattungsbezeichnung Alcedo führt uns wieder ins Land der Sagen und Mythen. Alcedo leitet sich nämlich von dem griechischen "halkyones" ab, was soviel bedeutet wie "der im Meer schwanger Werdende" - und das legt wiederum den Gedanken nahe, dass es sich beim Ur-Eisvogel um eine Frau gehandelt hat. Das "Lexikon der griechischen und römischen Mythologie" weist Halkyóne als die Tochter des Windgottes Aiolus aus. Da der Vater unbedingt wollte, dass die Flitterwochen seiner Tochter ruhig verlaufen, verhängte er während dieser Zeit ein Sturmverbot über das Meer. Seit der Antike wird deshalb eine länger andauernde Schönwetterperiode im Dezember als "halkyonische Tage" bezeichnet. Im angelsächsischen Sprachraum gelten "halcyon days" noch heute als Tage besonderen Glücks. Die Ehe Halkyónes mit Kéyx soll tatsächlich besonders glücklich gewesen sein, nur leider sehr kurz. Denn Kéyx ertrank bei einer Seereise, und Halkyóne stürzte sich aus Kummer ins Meer. Zeus hatte Mitleid und verwandelte die beiden in Eisvögel, die daraufhin, glücklich vereint, dem Meer entstiegen. Halkyóne ist noch immer als leuchtendster Punkt ("Alcyone") im Sternhaufen der Plejaden am Himmel zu bewundern. Quelle: Natur & Kosmos, Dezember 2000 zurück zum Seitenanfang |
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