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Gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel kann man Medikamente einnehmen oder viele Äpfel essen
und fettarme Kost. Zu hohen Blutdruck bekämpfen Betablocker, Diuretika, Kalziumantagonisten oder
auch nur weniger Salz, weniger Alkohol und Abnehmen.
Ernährung kann so wirksam sein wie Medikamente. Aber es gilt auch: Kaum etwas ist schwerer zu
ändern als eingeschliffene Ernährungsgewohnheiten. Wie kriegt man jetzt aber die gesunde Ernährung
so hin, dass die Lust nicht zur Last wird?
Nicht so schlimm, sagen die Experten, denn meist muss man nicht die gesamte Ernährungsweise
verändern, sondern nur ein paar Kleinigkeiten:
Die Mischung macht‘s
Das Konzept einer vollwertigen Grundnahrung orientiert sich an folgenden Regeln:
• möglichst maßvoll essen, naturbelassene Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe
• den Fettverbrauch (z.B. viel Wurst) reduzieren
• so oft es geht, kaltgepresste naturbelassene Pflanzenöle und Fette verwenden

ausreichend Salate, rohes Obst und Gemüse essen, dazu Vollkorn-Gerichte
• Eiweißbedarf mehr aus Milch oder Milchprodukten und pflanzlichen Nahrungsmitteln
(Kartoffeln, Vollgetreide) decken

• Fisch und Fleisch nur als gelegentliche Beilage essen
• Salzverbrauch reduzieren.
• die Mahlzeiten schonend zubereiten
Gut kauen, dann schmeckt’s besser
Wer zu hastig kaut und schluckt, schadet nicht nur seiner Verdauung, sondern bringt sich auch um
den Geschmack.
Zucker wie ein Gewürz dosieren

Es ist schwer, Zucker gänzlich zu vermeiden. Viele Menschen verbinden schon von ihren Kindertagen
her Süßigkeiten mit Trost und Geborgenheit. Wer also gerne Süßes isst, sollte die Lust darauf nicht
total unterdrücken, denn sonst wird sie zur Gier. Am besten die Zuckermenge nach und nach
verringern. Auch auf die in Fertigprodukten enthaltenen Zuckeranteile achten. Aber ab und zu auch
ruhig das geliebte Stück Torte oder Schokolade essen.
Zwei Liter pro Tag tun gut
Der Körper braucht täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit. Die besten Durstlöscher sind
Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees.
Lieber mehr pfeffern als salzen
Ohne Salz schmeckt die Suppe nicht, aber muss es gleich die dreifache Menge sein? Unser
täglicher Durchschnittsverbrauch liegt bei 15 Gramm. 5 Gramm wären zur Regulierung des
Wasserhaushalts ausreichend.
Wer sich auf salzärmere Ernährung umstellen will, sollte besonders auf das versteckte Salz in
Fertigprodukten achten! Übrigens brauchen die Geschmacksnerven zwei bis sechs Wochen, um
den feinen Geschmack wenig gewürzter Lebensmittel wieder stärker wahrzunehmen.
Cholesterin ist nicht nur schlecht
Vor zuviel Cholesterin wird immer gewarnt, doch Cholesterin ist ein wichtiger Baustoff für die
Wände sämtlicher Körperzellen und der Rohstoff, aus dem der Körper seine Hormone aufbaut.
Der Cholesterinspiegel setzt sich aus „schlechten“ Cholesterinen (LDL und VLDL) und „guten“
Cholesterinen (HDL-Substanzen) zusammen. Die hilfreichen Cholesterin-Substanzen lassen sich
durch Kreislauftraining (Bewegung, Sport) und vollwertige Ernährung mit wenig Fett vermehren.
Bio bringt‘s!
Bio-Obst und -Gemüse schmecken einfach besser und enthalten in viel geringerem Umfang
Rückstände chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel als Produkte aus dem konventionellen
Anbau. Ob sie uns aber gesünder machen, darüber wird immer noch gestritten. Streng wissen-
schaftlich gesehen lässt es sich nämlich nicht beweisen, dass Menschen, die nur Produkte aus
ökologischem Anbau essen, gesünder sind. Es sollten aber auf jeden Fall neben den wertgebenden
Inhaltsstoffen auch andere Aspekte beachtet werden, die die Qualität eines Lebensmittels
ausmachen. z.B. Auswirkungen der Lebensmittelproduktion auf Umweltschutz, Artenvielfalt oder
Entwicklungshilfe (Fairer Handel).
Fazit: Auch wenn noch vieles ungeklärt ist mit Bio-Obst und -Gemüse nehmen wir in jedem Fall weniger Giftstoffe auf und schonen dadurch unseren Körper. Wenn sich darüber hinaus wahrscheinlich schon in naher Zukunft erweisen sollte, dass die sekundären Pflanzenstoffe,
die Bio-Produkte in höheren Konzentrationen enthalten, vor vielen Krankheiten schützen, umso
besser. Außerdem führt auch der aromatischere Geschmack letztlich zu gesundheitlichen Vorteilen:
Was von sich aus lecker schmeckt, muss nicht durch fette Soßen, viel Salz und Zusatzstoffe
geschmacklich aufgerüstet werden.
Quellen:
Natur & Kosmos 03/06
Brigitte 7/87, 6/90
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