Umwelt-KOMPASS Viernheim
Bewusst gut leben:
KOMPASS-Umweltberatung Viernheim e.V.
Bio-Essen bedeutet Klimaschutz

Bewußt gut leben - gesund bleiben - Klima schützen durch gesunden und umweltverträglichen Lebenstil

Beim Thema Klimaschutz haben Bio-Lebensmittel per se die Nase vorn. Denn der Ökolandbau verbraucht für die gleiche Menge Lebensmittel etwa ein Drittel weniger Energie als die konventionelle Landwirtschaft. Ökologisch bebautes Ackerland setzt weniger klimaschädliches Lachgas frei, und durch die humusfördernde Bewirtschaftung der Flächen wird zusätzlich CO2 gebunden. Parallel dazu setzen immer mehr Biounternehmen auf eine klimaneutrale Produktion und lassen sich dies auch zertifizieren. Beispiele dafür sind die Importeure Eosta und Biotropic oder der Wursthersteller Ökoland. Letztere nutzen dabei "Stop-Climate-Change", ein neues Label für klimafreundliche Produkte mit sehr strengen Standards.

Die Klimadebatte hat den Biokunden auch bewusst gemacht, dass Biolebensmittel sehr oft ähnlich weite Wege hinter sich haben wie konventionelle. Neuseeländische Äpfel, argentinische Zwiebeln und Frühkartoffeln aus Ägypten sind auch im Bioladen Alltag. CO2-Bilanzen,  wie sie Eosta unter www.natureandmore.com veröffentlicht, zeigen aber auch, dass der Energieaufwand für

Transport und Kühlung in der Ökobilanz nicht so stark zu Buche schlägt wie oft vermutet. Ein Kilogramm Äpfel aus Argentinien in einen deutschen Bioladen zu transportieren, verursacht etwa 160 Gramm CO2. Das entspricht einem Kilometer Fahrt mit einer Mittel-klasselimousine. Wenn allerdings Bio-Obst oder Bio-Gemüse statt mit dem Schiff mit dem Flugzeug transportiert werden, ist die Klimabilanz miserabel. Doch Flugtransporte mit Bio-Lebens-mitteln kommen eher selten vor.
Neues EU-Bio-Logo kommt

Entscheidend bei den hier genannten Initiativen ist, dass sie extern überprüft und oft auch durch Logos kommuniziert werden sollen. Die Unternehmen wollen den Kunden deutlich signalisieren, dass es sich nicht um bloße Ankündigungen und reine Werbesprüche handelt. Ob die Verbraucher dies in der Labelflut entsprechend wahrnehmen, wird sich zeigen.

Einfacher hat es da das neue EU-Bio-Logo, da es per Gesetz verordnet wird. Von 2009 an müssen es alle in der EU hergestellten Bio-Lebensmittel tragen. Das deutsche Bio-Siegel wird dadurch schnell an Bedeutung verlieren. Bis 2009 müssen auch noch die Detailbestimmungen der bisherigen EU-Ökoverordnung in deren Neufassung übertragen werden. Die EU-Agrarminister hatten dieses Regelwerk im Sommer 2007 nach zweijähriger Diskussion verabschiedet (s. UKÖB 04/07, S.1).

Nach Ansicht vieler Marktteilnehmer wird die neue Verordnung die Kluft vergrößern zwischen "Einfach Bio" nach EU-Standards und "Bio Plus" nach den Kriterien der Anbauverbände mit zusätzlichem sozialen Nutzen. Weiter wachsen wird voraussichtlich beides. 2007 stieg der Umsatz mit Biolebensmitteln in Deutschland um rund 15 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Davon profitierten Discounter und Supermärkte ebenso wie der Fachhandel, der um gut 13 Prozent zulegte. Allerdings verdrängen derzeit größere Biosupermärkte in Städten die kleinen Naturkostläden.

Quelle: Umwelt Briefe 05/08

Bildquelle: aid-Broschüre 1218:
Lebensmittel aus ökolog. Anbau


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