Umwelt-KOMPASS Viernheim
Bewusst gut leben:
KOMPASS-Umweltberatung Viernheim e.V.
Wie gut ist Bio wirklich?

Bewußt gut leben - gesund bleiben - Klima schützen durch gesunden und umweltverträglichen Lebenstil
Wer Bio-Lebensmittel einkauft, muss sich bisweilen verteidigen. In den Medien sind nach Jahren des Lobs derzeit auch Argumente gegen Bio gefragt. Da ist dann zu lesen, dass die Biobauern giftiges Kupfer spritzen, salmonellenverseuchte Eier liefern und zu viel Ackerfläche benötigen. Gesünder sei Bio ohnehin nicht. Darüber hinaus kämen immer mehr Biolebensmittel aus dem Ausland, und in Italien und China würden Biobauern betrügen. Wozu also mehr Geld ausgeben?

Als Argumente gegen Bio werden meist Einzelfälle verallgemeinert oder Details aus dem Zusammenhang gerissen und aufgebauscht. Klar ist: Der Ökolandbau verbraucht für die gleiche Menge an Erzeugnissen deutlich weniger Energie und ist dadurch klimaschonender. Der vorgeschriebene Verzicht auf leicht lösliche Mineraldünger und Pestizide schont die Umwelt und fördert die Artenvielfalt. Tiere werden meist artgerechter gehalten als in der konventionellen Landwirtschaft. Das alles ist durch zahlreiche Studien belegt.

Zum Beispiel der Einsatz von Kupfer als Spritzmittel gegen Pilzkrankheiten. Den Biobauern sind synthetisch Fungizide verboten. Es bleiben Ihnen nur die traditionellen Mittel Kupfer und Schwefel gegen Mehltau oder Krautfäule. Kupfer ist zwar ein lebenswichtiges Spurenelement, in größeren Mengen aber giftig. Deshalb hat die EU-Öko-Verordnung die Kupfermenge begrenzt. Es wird nach Alternativen geforscht. Nach Angaben des Umweltbundesamtes spritzt der Ökolandbau in Deutschland 20 Tonnen Kupfer im Jahr, die konventionelle Landwirtschaft allerdings 300 Tonnen.

Auch im Fall des Salmonellenrisikos schneiden deutsche Ökobauern besser ab. In manchen Ländern sind Bio-Know-how und Biokontrollen noch nicht auf dem Stand wie in Deutschland. Deswegen gibt es immer wieder Probleme. Das ist aber bei konventionellen Lebensmitteln nicht anders, wie der Skandal um gepanschte Milch aus China zeigt. Die baden-württembergischen Lebensmittelkontrolleure haben mit ihrem Öko-Monitoring gezeigt, dass Bioobst und Biogemüse 40 bis 200 Mal weniger Pestizidrückstände enthalten als konventionelle Produkte. Allein das macht Bio in den Augen der Verbraucher gesünder. Zudem belegen Forschungsarbeiten, dass Biolebensmittel mehr gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe enthalten und tendenziell auch bei einigen Vitaminen vorne liegen.

Das ist zwar längst noch kein wissenschaftlicher Beweis, dass Bioesser länger und gesünder leben. Dennoch ein Unterschied, der vielen Verbrauchern einen höheren Preis wert ist.

Sechs Tipps für den Bioeinkauf

1. Einfach anfangen
Niemand wird von heute auf morgen zum puren Bio-Esser. Anfangs wählt man Lebensmittel, die einem in Bio-Qualität wichtig sind und die man sich leisten will. In der Statistik ganz oben stehen Babykost, Müsli, Milch und Eier sowie Obst und Gemüse.

2. Aufs Bio-Siegel achten
Alle Produkte mit dem sechseckigen Logo erfüllen die Mindeststandards der EU-Öko-Verordnung. Auch die beim Discounter.

3. Verbandsware bevorzugen
Bauern und Verarbeiter, die einem Bio-Verband angehören (z.B. Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis, Gäa, Biopark, Ecovin), halten Standards ein, die deutlich über die EU-Verordnung hinausgehen. Die Verbandlogos stehen also quasi für „Bio plus“.

4. Regional einkaufen
Wer von regionalen Erzeugern und Verarbeitern einkauft, spart unnötige Transportwege und stärkt die heimische Wirtschaft. Mittlerweile weisen zahlreiche Regionalmarken auf solche Produkte hin.

5. Saisonal einkaufen
Bio-Erdbeeren gibt es zwar auch im Dezember, Tafeltrauben im März. Doch kommen sie dann von der südlichen Halbkugel und sind – wenn es sich um leicht verderbliche Ware handelt – mit dem Flugzeug gereist.

6. 100 Prozent Bio im Fachhandel
In konventionellen Supermärkten muss man genau hinsehen, ob man Bio-Ware in der Hand hält. Denn Bio und Nicht-Bio stehen im Regal direkt nebeneinander. In Naturkostläden und Bio-Supermärkten ist das ganze Sortiment Bio. Entsprechend groß sind Auswahl und Beratungskompetenz.

Quelle: Umweltbriefe 21/08, Bürgerinfo


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