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Umwelt-KOMPASS Viernheim
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Gesundheitsinformationen der
KOMPASS-Umweltberatung Viernheim e.V. |
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Feinstaub - ganz & gar nicht fein.
Ein Thema zum tief durchatmen.
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Das Umweltbundesamt , das Bundesministerium für Umwelt, die Weltgesundheit-
sorganisation WHO und Forscher aus den USA sehen es als erwiesen an: Feinstaub-
partikel sind gegenwärtig eines der größten Gesundheitsrisiken. Sie werden unter
anderem für Lungenkrebs, Atemwegsentzündungen, Herzinfarkt und eine Verstärkung
von Allergien verantwortlich gemacht.
PM 10 und PM 2,5 sind klein, unscheinbar, unsichtbar und unsere ständigen Begleiter.
Und genau diese Eigenschaften machen sie so gefährlich. PM ist die Abkürzung für
Particulate Matter, der englischen Bezeichnung für Feinstaubpartikel. Die beigefügte
Zahl gibt an, welche Größe die betreffenden Teilchen haben. Als Faustregel gilt:
Je kleiner die Teilchen, umso größer das gesundheitliche Risiko.
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Diese Feinstaubpartikel
machen von sich reden:
PM 10: Diese Partikel sind klein 10 µm,
also kleiner als 1 Millionstel Meter. Werden
diese Teilchen eingeatmet, dringen sie bis
zur Luftröhre und den oberen Bronchien vor.
PM 2,5: Diese Partikel sind kleiner als 2,5
µm und können so in die kleinen Bronchien
und sogar in die Lungenbläschen ein-
dringen. Sie werden für Lungenkrebs verant-
wortlich gemacht und gelten als gefährlicher
als PM 10.
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Mikroskopisch kleine Feinstaubpartikel gefährden die Gesundheit. |
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Ultrafeine Partikel: Das sind Teilchen, deren Durchmesser kleiner als 100 Nanometer
(=100 Milliardstel Meter) sind. Diese Partikel sind so klein, dass sie sich den Weg in
die kleinen Lungenbläschen und sogar bis ins Blut bahnen. Ihnen wird in Kombination
mit PM 10 oder PM 2,5 ebenso ein gesundheitsgefährdendes Potential zugesprochen.
Teilchen, die größer als 10 µm sind, werden in Mund, Nase oder Rachen abgefangen
und gelangen nicht in den menschlichen Organismus
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Verschiedene Quellen:
Feinstaub besteht aus festen oder flüss-
igen Teilchen in der Luft, die nicht zu Bo-
den sinken, sondern für eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Einige von
ihnen haben einen ganz natürlichen Ur-
sprung. Sie stammen beispielsweise aus
Vulkanen, Wald- und Buschfeuern, Pollen,
Sporen, Viren, Bakterien oder Pilzen.
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Künstlich erzeugt werden Feinstaubpartikel von Mensch und Maschine. Kraft- und
Fernheizwerken, Abfallverbrennungsanlagen oder Öfen und Heizungen in Wohnhäusern
sind ebenso verantwortlich wie die Metall- und Stahlerzeugung, Aufwirbelungen von der
Straßenoberfläche, Bremsen- und Reifenabrieb oder generell der Straßenverkehr.
Besonders diskutiert werden Rußpartikel. Erzeugt vor allem von Dieselfahrzeugen ohne
Russpartikelfilter und Industrie sind sie die Hauptquelle des Feinstaubs in Deutschland.
Das Umweltbundesamt schreibt auch Holzheizungen von Privathaushalten ein hohes
Belastungspotenzial zu.
Übrigens: bei Glattböden ist die Feinstaubbelastung im Mittel doppelt so hoch wie
in Räumen mit Teppichböden und liegt außerdem über dem zulässigen Grenzwert
für Außenluft. Das ergab eine Studie im Auftrag des Deutschen Allergie- und
Asthmabunds.
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Was kann man tun?
Beispiel Augsburg: Die Feinstaubkon-
zentration an einem Verkehrsknoten-
punkt wurde 2003 statt der zulässigen
35-fachen Mange satte 71mal über-
schritten und auch in den Jahren danach
trat keine wesentliche Besserung ein.
Augsburg hat deshalb einen Luftrein-
halteplan erstellt, wie übrigens auch zahl-
reiche andere Städte in Deutschland
(München, Frankfurt/Oder, Berlin etc.).
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Insgesamt existieren bereits 70 dieser Maßnahmenkataloge. Für Augsburg sieht der
Plan vor allem verkehrstechnische Maßnahmen vor. So soll das Angebot des Öffent-
lichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verbessert, so sollen nur noch schadstoffarme
Fahrzeuge zum Einsatz können. Um Pkws aus der Stadt fernzuhalten, setzen die
Stadtoberen zusätzlich auf den Ausbau des Fahrradnetzes und ein ausgeklügeltes
Parkleitsystem. Denn je schneller die Fahrzeuge an Ort und Stelle geparkt werden,
umso weniger Runden drehen sie in der City und stoßen Rußpartikel ab. Feinstaub
ade!
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Auch im angrenzenden europäischen Ausland planen Städte für die Luftreinhaltung.
London führte die City-Maut ein, um die Feinstaubbomber aus der Stadt zu verbannen.
In Italien gibt es an Sonn- und Feiertagen Fahrverbote. Und ab und an eine ein-
geschränkte Fahrerlaubnis für Autos mit geradem und ungeradem Kennzeichen. In beiden Fällen erwiesen sich die Vorhaben als gewinnbringend für Mensch und Umwelt.
Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub auch auf dem Land
Wer anhand der Beispiele nun glaubt, nur Städte seien Feinstaub-Ballungszentren, der
irrt. Auch ländliche Gebiete können betroffen sein. Beispielsweise dann, wenn in der
näheren Umgebung große Firmen angesiedelt sind, der Wind die Feinstaubpartikel aus
hoch belasteten Gebieten weiterträgt oder eine hohe natürliche Feinstaubkonzentration
vorhanden ist.
Übrigens helfen nicht nur Fahrverbote oder die Auslagerung des Verkehrs aus der Stadt. Auch eine nasse Straßenreinigung gegen die Auswirbelung von Brems- und
Reifenabrieb kann Wirkung zeigen. Außerdem kann mit Partikelfiltern die Anzahl der
ultrafeinen Feststoff-Partikel in den Abgasen um 95 % reduziert werden. Die Aus-
rüstung aller Lastwagen, Busse, Traktoren und Baumaschinen sowie Diesel-
personenwagen mit Partikelfiltern würden es ermöglichen, pro Jahr Hunderte vorzeitige
Todesfälle zu vermeiden und Gesundheitskosten in Milliardenhöhe einzusparen.
Man kann natürlich auch den Einsatz des privaten Autos für die Alltagswege bewußter
planen. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h reduziert die Feinstaub-
belastung um sieben Prozent. Fahren die Deutschen nur noch 100 km/h schnell,
entlasten sie die Umwelt um 19 Prozent Feinstaub.
Quelle: Ökotest, September 2006
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