Linoleum
Linoleum besteht aus natürlichen Rohstoffen (Leinöl, Naturharz, Korkmehl,
Holzmehl, Farbpigmenten und anorganischen Füllstoffen, auf Jutegewebe
aufgewalzt) und erfüllt die gestellten Anforderungen. Vorsicht ist beim
Verkleben geboten.
Geben Sie den in Wasser gelösten Dispersionsklebern auf Naturharz- oder
Naturkautschuk- oder Gips-Casein-Grundlage den Vorzug (siehe auch unter
Holz). Oder heften Sie nur mit einem Viertelholz am Rand.
Korkparkett
Dieses Material besteht aus dem Rindengranulat der Korkeichen, das im
gespannten Wasserdampf durch seine natürlichen Harz (ohne fremde Binde-
mittel) zusammengebacken wird. Es erfüllt die gestellten Anforderungen. Für
das Verkleben gelten dieselben Empfehlungen wie für Linoleum.
Steinfußboden
Abgesehen davon, dass Steinfußboden ohne Fußbodenheizung fußkalt ist
und selbst oder durch seine Glasuren unterschiedlich radioaktiv sein kann,
erfüllt er die gestellten Anforderungen. Nicht radioaktiv sind Dolomit, Travertin,
Solnhofer-Steine.
Auch hier ist Vorsicht beim Verkleben geboten. Alle Fliesenkleber (Dünnbett-
mörtel) enthalten Reizstoffe für die Haut, die Augen oder die Atemwege. Ver-
meiden Sie asbesthaltige Kleber (möglicher Füllstoff in kunststoffvergütetem
Zementmörtel), denn Asbestfasern sind stark krebserregend. Lüften Sie
gründlich, ehe Sie den neu gefliesten Raum bewohnen.
PVC-Beläge
Diese Beläge bestehen aus dem Kunststoff Polyvinylchlorid. Ihre Nachteile:
Sie können nicht die Luftfeuchtigkeit regulieren und laden sich elektrostatisch
auf. Im Brandfall bilden sie giftige Chlorgase. Sie enthalten als Stabilisator oder
als Farbkomponente in der Regel Cadmium, ein Metall, das sich für lange Zeit
in den Organen ablagert und besonders zu Nierenschäden führen kann. Auch
Blei wird als Stabilisator verwendet. Als weiteren Zusatzstoff enthalten sie den
Weichmacher DEHP (Di-2-ethylhexyl)-phthalat), der bei Wärme und trockener
Luft aus dem Belag verdampfen kann (Fußbodenheizung!). DEPH steht auf der
Liste chemischer Substanzen, die nach Ansicht des "Beratungsgremiums für
umweltrelevante Altstoffe" vordringlich überprüft werden sollten, denn an Tieren
(z.B. Fischen, Mäusen, Ratten) sind bereits Gesundheitsstörungen beobachtet
worden. Wegen ihrer Grund- und Zusatzstoffe sind PVC-Beläge als Müll
schwer zu entsorgen. Über Deponien und Verbrennungsanlagen gelangen die
gesundheitsbelasteten Bestandteile in die Luft, das Wasser und in den Boden.
Wenn Sie sich trotz dieser Nachteile für einen PVC-Belag entscheiden sollten,
verkleben Sie ihn mit einem Dispersionkleber oder einem terpentinölhaltigen
Kleber auf Naturharz- oder Naturkautschukbasis. Oder verzichten Sie ganz auf
Kleber und heften ihn nur mit einem Viertelstab am Rand.
Teppichböden
Diese Beläge können aus tierischen (Wolle), pflanzlichen (Sisal, Kokos) und
synthetischen (Polyamid, Polyester, Polyacryl, Polypropylen) Fasern
bestehen. Sie erfüllen nur einen Teil der oben genannten Anforderungen an
einen guten Zimmerboden und haben folgende Nachteile:
1. Sie lassen sich von allen bisher aufgezählten Böden am wenigsten gut
reinigen.
2. Der Rücken (Untergrund) der meisten Teppichböden besteht aus Synthese-
Kautschuk (mit Styrol und Butadien als krebsverdächtigen Bestandteilen) oder
Polyurethan (mit Isocyanat als Reizstoff für Haut, Augen, Atemwege oder als
Allergieauslöser wirksam) oder PVC (mit Cadmium und dem Weichmacher
DEHP (s.o.)). Ein Teppichrücken aus solchen Chemikalien, durch den
Feuchtigkeit nicht mehr verdunsten kann, schafft für Bakterien, Schimmel-
pilze, Hausstaubmilben und -läuse ein günstiges Klima. Pilzsporen, Milben-
und Läusekot sind heutzutage häufig die Auslöser von Allergien.
3. Synthetische Teppichböden können sich elektrisch aufladen.
4. Um den genannten Nachteilen zu begegnen, bearbeiten viele Hersteller ihre
Produkte mit entsprechenden Zusatzstoffen, d. h. mit schmutzabweisenden,
antimikrobiellen, antistatischen und mottenvertreibenden Mitteln, über deren
gesundheitliche Auswirkungen noch keine Aussagen gemacht werden können.
Wenn Sie sich trotzdem für einen Teppichboden entscheiden, dann bevorzugen
Sie einen aus Naturfasern. Versuchen Sie, einen Teppichboden ohne Rücken
zu bekommen, oder wenn schon Rücken, dann einen aus Naturkautschuk.
Leider hat nur ca. ein Prozent der mit Rücken ausgestatteten Teppichböden
eine solche Unterbeschichtung.
Es ist gesünder, den Teppich zu verspannen als ihn zu verkleben; allerdings
muss man diese Verspanntechnik so beherrschen, dass der Teppich an-
schließend keine Falten wirft und dadurch zur Unfallursache wird. Wenn Sie
den Teppich doch kleben wollen, dann wählen Sie einen Dispersionskleber auf
Naturharz- oder Naturkautschukbasis.
Beim Staubsaugen von Teppichböden passiert dasselbe wie beim Fegen oder
beim Bettenmachen: Die Konzentration des Schwebestaubes in der Raumluft
kann bis auf das Doppelte ansteigen. Es ist deshalb ratsam, nach dem Staub-
saugen gründlich zu lüften.
Quelle: Selbst renovieren - ökologisch! Hrsg.: VZ NRW, Düsseldorf